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Libanon

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Das Christentum hat im Libanon tiefe Wurzeln geschlagen. Jesus, so schreibt der hl. Evangelist Markus, „begab sich in die Gegend von Tyrus“, wo er der Tochter einer Syrophönizierin einen Dämon austrieb (Mk 7,24–26). Zwar ist sie durch eine Vielfalt von Bräuchen, Jurisdiktionen, Liturgiesprachen und Traditionen gespalten, doch stellt die libanesische Christenheit eine Schlüsselkomponente der apostolischen Kirche von Antiochien dar, einer der Metropolen des Römischen Reiches.

Die Apostelgeschichte berichtet, dass das Evangelium durch Jünger aus Zypern und Kyrene nach Antiochien gebracht wurde, Männer, die den Juden und Griechen der Stadt die Heilsbotschaft verkündigten. Bevor er nach Rom reiste, machte der Apostel Petrus für sieben Jahre die Stadt zu seiner Ausgangsbasis, und „in Antiochien war es, dass die Jünger erstmals den Namen Christen trugen“ (Apg 11,26).

Historisch wurde der Libanon durch die maronitische Kirche bestimmt, von deren Mönchsklausen und terrassenförmig angelegten Siedlungen die gebirgige Landschaft seit dem 9. Jahrhundert übersät ist. Bis heute ist sie die größte christliche Kirche im Libanon mit mindestens 1,53 Millionen Gläubigen geblieben.

Andere große christliche Denominationen sind die antiochenisch–orthodoxe und die melkitische griechisch–katholische Kirche. Der ersteren gehören bis zu 530.000 Menschen im Libanon an, der letzteren mehr als 340.000.

Der Libanon ist auch die Heimat für rund 230.000 Armenier, von denen die meisten während der Verfolgung der Armenier (und der Christen allgemein) in der Türkei nach dem Ersten Weltkrieg in das Land geflohen sind. Die meisten sind Mitglieder der armenisch–apostolischen Kirche, die von Aram I., dem Katholikos des Großen Hauses von Kilikien, geleitet wird; er hat seinen Sitz im Beiruter Vorort Antelias. Rund 35.000 Armenier gehören der armenisch–katholischen Kirche an und werden vom Patriarchen Nerses Bedros XIX., der ebenfalls in Beirut residiert, angeführt. Eine geringere Menge gehört der armenisch–evangelischen Kirche an.

Zwei der fünf Patriarchen von Antiochien und dem ganzen Orient leben ebenfalls im Libanon: Seine Seligkeit Nasrallah Pierre Kardinal Sfeir von den Maroniten und Seine Seligkeit Ignace Youssef III. von den syrischen Katholiken.

Bevölkerung. Trotz seiner geringen Größe stellt die Vielfalt des Libanons immer wieder die politischen Entscheidungsträger vor Rätsel. Seit 1932 hat keine offizielle Volkszählung mehr stattgefunden, was den empfindlichen Charakter der religiösen Vielschichtigkeit des Libanons widerspiegelt, welche die politische Struktur des Landes stützt. Allerdings gehen die meisten Experten und Behörden davon aus, dass zwischen 4,1 und 4,5 Millionen Menschen dort leben, darunter 425.640 palästinensische Flüchtlinge, die beim Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina–Flüchtlinge im Nahen Osten registriert sind, sowie mindestens 60.000 irakische Flüchtlinge.



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