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Die Welt ist klein



Von Msgr. Robert L. Stern

Eines der Lieblingsthemen vieler amerikanischer Western ist die Spannung zwischen Ranchern und Farmern, Rinderzüchtern und Siedlern. Rancher wollen offenes Weideland, während Siedler die weiten, offenen Räume einzäunen, Häuser bauen und das Land bewirtschaften wollen.

Die Geschichte der Westexpansion der Vereinigten Staaten ist davon geprägt, dass offenes Land allmählich Farmen, Dörfern und schließlich Städten weichen musste. Paradoxerweise brachte das Wachstum der Großstädte auch einen Niedergang der Familienfarmen und Dörfer mit sich.

Viele Stadtbewohner sind zu modernen Nomaden geworden; sie haben kaum eine engere Bindung an einen bestimmten Ort und ziehen häufig von Wohnung zu Wohnung, von Großstadt zu Großstadt. Sie sind überhaupt keine Siedler; sie fühlen sich nicht ortsgebunden, und sie binden sich auch nicht an ihren Wohnort.

Die ganze Welt verändert sich, in einer ganz ähnlichen Weise, unaufhaltsam. Ganz gleich, wie viel Blut im Namen des Vaterlandes vergossen wurde, ganz gleich, wie viele Grenzstreitigkeiten geführt werden mögen, ziehen Menschen doch, wo immer sie können, um die Welt.

Zu Beginn der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten im Oktober 2010 eröffnete der Generalsekretär Erzbischof Nikola Eterovic die Arbeitssitzung mit einigen sehr provokativen bevölkerungsstatistischen Angaben.

Er berichtete, dass es etwa 5.707.000 Katholiken im Nahen Osten gäbe. Die Nahost–Bischofssynode verstand unter dieser Bezeichnung die Länder von der Türkei bis Ägypten, östlich bis in den Iran reichend, plus der Insel Zypern und der Arabischen Halbinsel. Etwa 2.429.000 von ihnen (43 %) leben auf der Arabischen Halbinsel, sind aber „Gastarbeiter“, keine Einheimischen.

Dies bedeutet zum Beispiel, dass mehr syro–malabarische Katholiken aus Indien in der Region des Persischen Golfs leben, als insgesamt die Christen aus allen Denominationen in Palästina und Israel.

Andererseits wird man wahrscheinlich mehr Christen aus Bethlehem in Santiago de Chile finden, als in Bethlehem selbst.

Der frühere chaldäisch–katholische Bischof von Basra im Irak hütet jetzt eine chaldäische Herde in Sydney (Australien). Seelsorger sind wahrhaft Hirten; sie folgen ihren Herden überall hin, wo diese weiden!

In der Metropolregion New York, wo sich die Hauptniederlassung der CNEWA befindet, gibt es drei syrische Eparchien, drei armenische, zwei russische und eine maronitische.

Natürlich steht New York hinsichtlich der Anzahl der dort lebenden Christen aus dem Nahen Osten hinter der Metropolregion Detroit mit seiner riesigen arabo–amerikanischen Einwohnerschaft.



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